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Harold F. Searles arbeitete in den 1950er Jahren in der berühmten Chestnut Lodge Klinik, wo in der Zeit vor der Einführung der Psychopharmaka Psychoanalytiker versuchten, schizophrene Patienten zu therapieren. Die interessantesten Arbeiten aus diesem kollektiven Unternehmen im Kreise von Frida Fromm-Reichmann stammen aus Searles' Feder. Sie wurden vereinzelt in den 1960ern auch ins Deutsche übertragen.
Searles beschreibt wie kein anderer die gegenseitige phantastische Verwicklung von Patient und Therapeut mit einer Offenheit, die von der Mehrheit der psychoanalytischen Community wohl erst seit dem »interpersonal« bzw. »intersubjective turn« der 90er Jahre als nicht nur für die Behandlung von Psychosen relevant rezipiert werden kann. Berühmt ist sein Aufsatz von 1959 über die Tendenz, den anderen in den Wahnsinn zu treiben. Auch in anderen originellen Beiträgen wie zum »Patient(en) als Therapeut seines Analytikers« besticht Searles durch eine Vielfalt klinischer Beschreibungen seiner Patienten und seines eigenen Erlebens, die er in Begriffen der Übertragung und Gegenübertragung zu fassen versucht. Er subsumiert seine Beobachtungen in durchaus überspitzten, aber dafür klaren Thesen.
Searles' Aufsätze sind in zwei dicken Sammelbänden 1965 und 1979 erschienen, von denen der frühere in Auswahl 2008 vom Psychosozial-Verlag übersetzt wurde. Searles' einzige Monographie erschien 1960 und wurde nun hier, dankenswerterweise leicht gekürzt, ins Deutsche übertragen. Der englische und noch mehr der deutsche Titel führen leicht in die Irre, da es sich weder um eine Psychoanalyse der Dinge noch der Umwelt handelt, sondern um Variationen des Erlebens der Lebendigkeit bis zur Unbelebtheit der eigenen Person, Anderer und der Umwelt, wie sie in leichteren Ausmaßen im Alltag und stärker in Entfremdungszuständen und psychotischen Zuständen vorkommen kann. Auch bei der Relektüre des Buches nach Jahrzehnten gefallen mir immer noch am besten die vielen Fallbeschreibungen Searles', und, mit