You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ausgehend von Freuds frühen Arbeiten werden einige neuere Überlegungen zum Verständnis zwanghafter Mechanismen vorgestellt. In Erweiterung der klassischen Sichtweise erscheint Zwang heute als heterogenes Phänomen, das zahlreichen psychischen Erkrankungen zugrunde liegt. Zwänge können sowohl der Abwehr depressiver als auch paranoid-schizoider Ängste dienen. Die Untersuchung projektiver Mechanismen und das Konzept der pathologischen Persönlichkeitsorganisationen haben zu einem vertieften Verständnis zwanghafter Mechanismen beigetragen. Im Wesentlichen unverändert geblieben ist die Rolle des Wiederholungszwanges und des (primitiven) Über-Ich. Gewisse Zwangsphänomene und insbesondere der Wiederholungszwang lassen sich auch als scheiternde Wiedergutmachungsversuche im Angesicht eines strafenden Über-Ich verstehen. Überlegungen zur Rolle von Symbolisierungsstörungen, des Zweifels und zur Verselbständigung von Zwangssymptomen jenseits ihrer Entstehungsbedingungen schließen die Arbeit ab.