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Im Gegensatz zur klassischen Psychoanalyse vertritt der Autor die Auffassung, dass das, was er »Geschwisterkomplex« nennt, nicht einfach ein Abkömmling oder eine Vermeidung des Ödipuskomplexes, sondern ein echter Komplex ist, der eine Struktur aufweist und eine eigene Dynamik und eine spezifische Ökonomie hat. Der Autor möchte zeigen, dass die Eigenständigkeit des Geschwisterkomplexes auf seiner Organisation und seiner Funktion beruht. Er unterscheidet zwei voneinander abgrenzbare Formen: Die eine, archaische Form des Komplexes unterhält zum Bruder oder zur Schwester Beziehungen, die das psychische Gepräge eines Partialobjekts aufweisen, sie erscheinen als Anhängsel des imaginären Körpers der Mutter oder des eigenen imaginären Körpers; die andere schreibt sich in ein von Rivalität geprägtes, präodipales und ödipales Dreieck ein. In diesem Sinne sei der Ödipuskomplex an der Umwandlung des archaischen Geschwisterkomplexes beteiligt.