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Im 70. Jahr des Bestehens der Psyche gibt es wieder Anlass für ein Editorial in eigener Sache: Werner Bohleber, der die Zeitschrift über 20 Jahre maßgeblich geprägt hat, verabschiedet sich.
Als Herausgeber hat sich Bohleber, wie auch in seinem eigenen umfangreichen wissenschaftlichen Werk, der zunehmend schwierigen Aufgabe der Darstellung, Durchdringung und Integration psychoanalytischer Theoriebildungen und Strömungen sowie ihrer sozialpsychologischen Implikationen in ihrer ganzen Vielfalt und Komplexität gestellt. Insbesondere war ihm die Auseinandersetzung mit den psychologischen Ursachen und Folgen politischer Katastrophen, in erster Linie des Nationalsozialismus und des Antisemitismus, ein zentrales Anliegen, auf das seine Forschungen über Trauma und dessen transgenerationale Weitergabe Bezug nahmen. Zu seinen Verdiensten gehört ferner die Einbeziehung neuer wissenschaftlicher Richtungen wie Säuglingsforschung, Mentalisierungstheorie, Neuropsychoanalyse und relationale Psychoanalyse. Nicht zuletzt dank seiner vielfältigen internationalen Kontakte verfügte er über eine Kenntnis der Gesamtentwicklung der Psychoanalyse wie heute nur noch sehr wenige. Die Lücke, die er hinterlässt, ist schwer zu füllen.
Mit seinem Ausscheiden wird die bisherige Struktur - ein Hauptherausgeber und mehrere Mitherausgeber - abgelöst von einer als Team fungierenden Herausgebergruppe: Susanne Döll-Hentschker, Vera King, Ursula Kreuzer-Haustein, Johannes Picht, Rolf-Peter Warsitz und Herbert Will. Johannes Picht übernimmt für die Gruppe eine leitende Verantwortung. Den Herausgebern zur Seite stehen Dominic Angeloch als Leitender Redakteur sowie die Redakteurin Agnes Katzenbach.
Die neue Struktur spiegelt die gewachsenen Anforderungen wider. Die Psyche will sich in einem schwieriger werdenden Feld konkurrierender Medien weiterhin behaupten. Sie muss dazu geänderten Lesegewohnheiten und -erwartungen Rechnung tragen, ohne ihre Standards aufzugeben. Insbesondere muss sie in digitalen Medien prä