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Es ist gemeinhin nicht üblich, in der Psychoanalyse von Luxus zu sprechen. Dagegen möchte der Autor unter Bezugnahme auf neuere und ältere Thematisierungen des Luxus auch für die Psychoanalyse einen differenzierten Luxusbegriff geltend machen. Er zeigt, dass schon Freuds Theorie der menschlichen Psychosexualität eine luxuriöse Dimension enthält, im Lichte eines revidierten Luxusbegriffs somit der Gegenstand der Psychoanalyse, unbewusstes Erleben, weder funktional noch zweckrational verfasst ist. Das Unbewusste »luxuriert« in einem präzisen Sinne und bewahrt gerade so seine Widerständigkeit gegen die Erfordernisse gesellschaftlicher und kultureller Reproduktion. Das hat paradoxe Folgen sowohl für die Methode der Psychoanalyse wie für ihre Stellung im Gesundheitssystem eines Wohlfahrtsstaates. Im Nachweis einer Äquivalenz von Luxus und Spiel genügt die psychoanalytische Behandlungsmethode den Kriterien ihres eigenen Gegenstandes: sie entfaltet sich als Praxis eines »spielerischen Luxus«.