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Dieses Buch handelt nach den Worten des Autors vom »Überlebenskampf der Psychoanalyse« in Ostdeutschland und jetzt in Gesamtdeutschland, wobei
»der Kampf ums Überleben […] ohne Anpassung aussichtslos« ist (S. 11). Es handelt auch vom persönlichen Leben Christoph Seidlers, eines sensiblen, wachen, sehr belesenen und kenntnisreichen Zeitzeugen, der über sich und seine Zeit ehrlich und recht schonungslos reflektiert. Er ist ein »Kriegskind« und gehörte zur DDR-Zeit zur zweiten Generation der Gruppenpsychotherapeuten nach der Gründergeneration um Kurt Höck und Jürgen Ott und arbeitet bis heute als Analytiker und Gruppenanalytiker in eigener Praxis. Der Fokus seines Nachdenkens liegt immer auf der Auseinandersetzung mit der geliebten Psychoanalyse und darauf, wie sich historische Ereignisse in seinem persönlichen Leben und dem seiner Patienten wiederfinden. Das Buch ist also auch ein »leidenschaftliches Plädoyer« für die »psychosoziale und psychohistorische Dimension« der Psychoanalyse. Es fasziniert durch die persönliche Offenheit und Authentizität des Autors und regt zur Selbstreflexion an.
Das erste Kapitel handelt zunächst von den Auswirkungen menschenfeindlicher Ideologien, Krieg und Verbrechen auf die Psychoanalyse in Nazideutschland. Dann beschäftigt sich der Autor mit dem Überleben der Psychoanalyse in der DDR während der Stalin-Ära und danach, die ohne diese Vorgeschichte nicht verstehbar wäre. Der Autor postuliert: »Je mehr Gewalt in der Gesellschaft, desto größer die Angst vor dem Unbewussten« (S. 18). So ist es nicht verwunderlich, dass die Neopsychoanalyse, die bis ins »NS-Reichsinstitut« zurückreicht, mit Schultz-Hencke als einem ihrer führenden Vertreter, das Rationale betonte. Er führte den Begriff »Intentionalität« ein, was einen bewussten aktiven Vorgang des Wahrnehmens und Erkennens des Subjekts meint. Diese Betonung des Rationalen gibt es auch beim »Intendieren« und der »Intendierten Dynamischen Gruppenpsychotherapie« (IDG), also der originär in der