You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Zum zweiten Mal fanden in der Woche nach Pfingsten die »Psychodynamischen Tage auf Langeoog« statt, die wie im Vorjahr von einem Planungskomitee aus Vertretern von fünf Hamburger psychodynamisch-psychoanalytischen Instituten zusammen mit der Albertinen-Akademie als Veranstalterin unter der wissenschaftlichen Leitung von Reinhard Lindner durchgeführt wurden. Auf der ostfriesischen Insel trafen sich rund 470 Psychotherapeuten, Psychosomatiker, Psychiater und andere Angehörige psychosozialer Berufsgruppen zum psychodynamischen Austausch. Die schon 2016 beachtliche Teilnehmerzahl war nochmals deutlich angewachsen.
Wie im Vorjahr eröffnete an jedem der fünf Tage ein Hauptvortrag das gedankliche Feld, wobei ein dynamischer Bogen von einem Tag zum nächsten gespannt wurde sowie zum Abendvortrag am Mittwoch. Dieser Bogen, vom Tagungsthema »Phantasie und Realität« vorgegeben, könnte, so überlegte ich, auf dem »Versuch einer konzeptuellen Integration« basieren, von dem im Januar 2016 in der Psyche berichtet wurde. Denn so befreiend die schrittweise Anerkennung des theoretischen Pluralismus in der Psychoanalyse wirkte, folgte doch vor allem für die Praxis der Ruf nach Integration von so zentralen Konzepten, wie es z.B. die unbewusste Phantasie war. Das Juni-Heft der Psyche 2016 war ganz der unbewussten Phantasie gewidmet; es enthielt neben anderen wichtigen Arbeiten die deutsche Übersetzung der Arbeit von Susan Isaacs (1948). In den Sinn kommt auch der Aufsatz von Hanna Segal, der »Phantasie und Realität« (Segal 1993), das »klassische Paar der Psychoanalyse« (vgl. Tagungseinladung), behandelt.
32 Seminare standen vor- und nachmittags für Arbeit im Detail zum Thema aus der je unterschiedlichen Perspektive der Dozenten zu Theorie und Praxis bereit. Hinzu kamen diesmal am frühen Nachmittag drei spontane Foren, Gruppenaustausch für die »Young Professionals«, die Kinder- und Jugendlichentherapeuten und ein Austausch der Teilnehmenden und der Organisatoren über die laufende Tagung. Am