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Rosine Perelberg ist Lehr- und Kontrollanalytikerin der British Psychoanalytical Society (BPS), Gastprofessorin am University College London und korrespondierendes Mitglied der Société Psychanalytique de Paris (SPP). Über zahlreiche Vorträge, Aufsätze und Bücher vermittelt, engagiert sie sich intensiv im Diskurs der internationalen Psychoanalyse. Dadurch ist sie schon früh über ihre Beheimatung in der britischen Objektbeziehungstheorie hinausgegangen.
Insbesondere mit der französischen Psychoanalyse ist sie eine fruchtbare Verbindung eingegangen und entwickelte eine ganz eigene analytische Form des klinischen Nachdenkens. Damit eröffnete sie der britischen Objektbeziehungstheorie eine Rückkehr zu Freud auf dem heutigen Niveau der analytischen Theoriebildung. Dies wird auch im vorliegenden Buch deutlich.
Das Buch gliedert sich in vier Teile. Im ersten Teil, »Paternal function: Theoretical and clinical considerations« (Kap. 1 und 2), setzt Perelberg sich differenziert mit Freuds Ideen zur Rolle des Vaters und deren Entwicklung in Freuds Werken auseinander.
Beginnend mit der Traumdeutung arbeitet Perelberg Schritt für Schritt eine zentrale theoretisch-konzeptionelle Unterscheidung heraus, die Freud so trennscharf noch nicht formulierte. Diese Unterscheidung erinnert an die beiden von Melanie Klein formulierten Positionen, die »paranoid-schizoide« und die »depressive«, die als aufeinanderfolgende entwicklungsgeschichtliche Phasen, aber zugleich auch als zwei unterschiedliche Modi der psychischen Verarbeitung verstanden werden können.
Gemeint ist die paradigmatische Differenz zwischen dem gemordeten Vater (»murdered father«) und dem toten Vater (»dead father«). Der gemordete Vater entspricht dem archaischen Vater aus Totem und Tabu. Es ist ein narzisstisch-omnipotenter und tyrannischer Vater, dessen Tötung einerseits den Weg zum toten Vater eröffnen, aber auch andererseits in die illusorische Versuchung münden kann, nun selbst diesen Platz des allmächtigen Vaters einzunehmen