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Freuds Denken steht im Zeichen seines anthropologischen Pessimismus. Die antisozialen Mächte des Seelenlebens waren Freud offenkundig selbstverständlicher als ihre Gegenkräfte, so dass er einiges an Anstrengung aufbieten musste, um diesen angemessen Rechnung zu tragen. Dementsprechend führte er das Konzept des Eros erst zu einem recht späten Zeitpunkt seines Schaffens und auch nur widerstrebend ein. An diesem Hang zum Düsteren hatten zweifellos zahlreiche Aspekte seiner Lebensgeschichte und seiner Persönlichkeit Anteil. Mit Seitenblicken auf die Aufnahme Freuds in der Gesellschaftstheorie beleuchtet der Autor Freuds Ansicht, dass unsere Triebausstattung - zu der auch ein aggressiver/destruktiver Trieb zählt - eine Regression jederzeit möglich macht und das »Böse«, wie er es verstand, jederzeit durchbrechen und sich - ungeachtet des Zivilisationsgrades - behaupten kann.