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Psychoanalytische Arbeiten romanischer Sprachen sind in Deutschland, mit Ausnahme des Französischen, wenig rezipiert, obwohl Italien, Argentinien und Brasilien mit über die lebendigsten analytischen Kulturen verfügen. Die in den 1980er Jahren einsetzenden Internationalisierungsbemühungen der italienischen Psychoanalytiker haben seit der Jahrtausendwende Früchte getragen. Seither erscheinen ihre Arbeiten regelmäßig auf Englisch, und einige der Autoren sind auch ins Deutsche übersetzt. Dennoch bietet der Sammelband mit 49 Aufsätzen ein Schatzkästlein italienischer Psychoanalyse der vergangenen 35 Jahre, ergänzt durch einige Klassiker; es bietet wesentlich mehr und Heterogeneres, als uns in Deutschland bekannt ist. Das Problem der Orientierung in so vielen unbekannten Arbeiten wird erleichtert durch die Einleitungen, die die Herausgeber für die fünf thematischen Teile des Buches geschrieben haben, die die Metapsychologie, klinische Praxis, die analytische Beziehung/Feld, Trauma und Trauer sowie primitive, unabgegrenzte Ichzustände thematisieren. Hinzu kommen dankenswerterweise zwei historische Überblicke über die italienische Psychoanalyse, die eine personen- und institutionengeschichtlich, die andere thematisch orientiert, sowie ein abschließender Blick aus England. Sie erleichtern es ein wenig, sich eine Idee der Entwicklungslinien zu machen.
Allerdings liegt die Stärke des Buches naturgemäß nicht in der Systematik, sondern im Exemplarischen. Der anderthalb Kilogramm gewichtige mattone lässt sich kaum von vorne bis hinten lesen. Vielmehr empfehle ich, nach den beiden historischen Einleitungen ins Blaue hinein mal hier, mal dort hineinzulesen und sich von einzelnen Texten verführen zu lassen.
Die Auswahl der Autoren ist auf Mitglieder der IPA beschränkt, schließt aber auch vom klassischen Setting abweichende Autoren wie beispielsweise Fornari mit ein. Die Zuordnung der Beiträge zu den sechs thematischen Feldern fällt mitunter doch etwas willkürlich aus. Das folgt wohl n