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Auf diese Biographie haben viele von uns lange gewartet. Nach der Lektüre des Buches von Maren Holmes kann man umso weniger verstehen, warum nicht schon längst jemand über das Leben und Werk von Paula Heimann
geschrieben hat, die eine immens produktive, sehr selbständige und einflussreiche Denkerin war. Wir können uns auch glücklich schätzen, dass die Autorin sich dieses Themas mit ihrer Genauigkeit, Gründlichkeit und Stilsicherheit angenommen hat. Holmes hat viele Interviews mit Freunden, Bekannten, Schülern und Verwandten von Heimann geführt, hat sich durch die Londoner, Washingtoner und deutschen Archive gearbeitet und womöglich wirklich alles an bisher erschienener psychoanalysehistorischer Literatur rezipiert, die sich auch nur entfernt mit Heimann und ihrem Umfeld befasst. So hat sie eine Art auf Heimann konzentriertes psychoanalysehistorisches Kompendium zusammengestellt, dem auch der Kontext der deutschen und Londoner Psychoanalyse vor, während und vor allem aber nach dem Zweiten Weltkrieg nicht fehlt.
Wir sehen anhand dieses Kompendiums allerdings auch an manchen Stellen den Hinkefuß der deutschen Psychoanalysegeschichte, die allzu oft die DPV-Psychoanalyse mit der bundesdeutschen Nachkriegspsychoanalyse gleichsetzt und die Geschichte der DPG, DGAP, DGIP und die der nicht fachgesellschaftsgebundenen Psychoanalytiker unberücksichtigt lässt. Es sind aber nur wenige Stellen, an denen dies störend auffällt, der ganz überwiegende Hauptteil des Buches dreht sich schließlich um den Einfluss von Heimann auf die DPV, als deren »Patin« sie mehrfach bezeichnet wird.
Heimann wird 1899 als letztes von vier Kindern in Danzig in eine russisch-jüdische Kaufmannsfamilie hineingeboren. 1917 beginnt sie zunächst in Königsberg, dann in Berlin, Frankfurt/M. und Breslau ein Medizinstudium, geht für ihre ersten Arbeitsstellen wieder nach Danzig und Berlin und zieht dann mit ihrem Mann nach Heidelberg. Schon in diesen Wanderjahren wird eine Beweglichkeit und Unabhängigkeit sichtba