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Als erstes können wir uns fragen: Für wen, der sich mit Psychoanalyse befasst, stellt die unübersichtliche Vielfalt der theoretischen Richtungen ein Problem dar?
Für Ausbildungsteilnehmer, die angesichts dieser verwirrenden Vielfalt oftmals mit ziemlicher Verzweiflung reagieren und erleichtert sind, wenn sie endlich auf ein Zitat eines bekannten Psychoanalytikers stoßen, das zu ihren schriftlichen Fall-Ausarbeitungen zu passen scheint? Für Dozenten an psychoanalytischen Ausbildungsinstituten, die von ihren Zuhörern gelegentlich nach Konzeptvergleichen gefragt werden und dann in Verlegenheit geraten? Für praktizierende Psychoanalytiker, die aus einem unbegrenzten Fundus impliziter und expliziter Mini-Theorien intuitiv zu schöpfen scheinen und die Auseinandersetzung mit dem Thema Pluralität zumeist als zu theorielastig und fern ihres täglichen Tuns empfinden? Für Psychotherapieforscher, die feststellen, dass Praktiker offensichtlich in einem viel größeren Ausmaß nach ihrem gesunden Menschenverstand vorgehen als nach einer bestimmten identifizierbaren Richtung? Für Psychoanalytiker an Universitäten, die psychoanalytische Modelle mit klinischen Theorien ihrer Konkurrenten vergleichen sollen und dann zumeist nur Metaphern oder komplizierte methodologische Überlegungen vorbringen können? Für interessierte Laien, denen zwar einige Begriffe Freuds vertraut sind, die aber mit den Dialekten der nachfreudianischen Richtungen so gut wie nichts anzufangen wissen? Für die Öffentlichkeit, die die Psychoanalyse meist nur noch als karikaturhafte Darstellung aus Print medien kennt?
Die Pluralität stellt für alle jene Psychoanalytiker ein Problem dar, die von der Hoffnung ausgehen, dass die Psychoanalyse nicht nur als hermeneutische Kunst tradiert, sondern auch als eine gehaltvolle Theorie über unbewusste