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Ein Einführungsband in das Werk von Sigmund Freud macht besonders neugierig, wenn er von einem Wissenschaftshistoriker vorgelegt wird, der wie Andreas Mayer an eine langjährige Forschungstätigkeit zur Theoriegeschichte der Psychoanalyse anknüpfen kann. Bereits 2002 erschien von dem Autor die gemeinsam mit Lydia Marinelli verfasste Studie Träume nach Freud, in der die Geschichte der psychoanalytischen Bewegung anhand einer Analyse der acht Auflagen von Freuds wichtigstem Buch Die Traumdeutung untersucht wurde. Im selben Jahr erschien auch der Band Mikroskopie der Psyche, in dem Mayer das psychoanalytische Setting anhand eines Vergleichs verschiedener lokaler Forschungskulturen zwischen Hypnotismus und Laborversuch einordnet. Dies sei vorausgeschickt, um das fachliche Fundament der zu besprechenden Neuerscheinung anzudeuten. Ganz Historiker, lässt der Autor seine Einführung in das Werk Freuds bei den Anfängen der Psychoanalyse zwischen Hypnotismus und Couch beginnen, widmet sich dem Werk Die Traumdeutung als Schlüsseltext des Zugangs zum Unbewussten, diskutiert die Bedeutung der Freud'schen Sexualtheorie, schildert detailreich die Auseinandersetzung mit Mythologie und Kulturgeschichte, erläutert den Weg zur Aufstellung einer Metapsychologie, betritt den »dunklen Kontinent« der Freud'schen Seelenexploration in der Frage nach dem weiblichen Begehren, um schließlich im Triumph der »Geistigkeit« zu gipfeln, also bei Freuds Auseinandersetzung mit dem Unbewussten der Kulturgeschichte insbesondere in Der Mann Moses und die monotheistische Religion. Mayer betrachtet seinen Gegenstand indes nicht nur durch die Brille des Historikers, der seine Leser streng genealogisch durch das Freud'sche Œuvre begleitet. Dem Verfasser geht es insbesondere darum, der Einzigartigkeit seines Untersuchungsgegenstands gerecht zu werden und zu einer differenzierten