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SZ-Autor Axel Hacke fragte sich neulich in einer seiner Kolumnen: »Wäre der Marxismus in der Geschichte der Philosophie und der Menschheit zu solcher Bedeutung gekommen, wenn Karl Marx keinen Bart gehabt hätte?« Mit Recht meint er, diese Fragen gehöre zu denen, auf die wir keine Antwort bekommen werden.
Wie steht es nun mit den Bärten der Jünger und Rezipienten von Marx? War Dietmar Dath, der Karl Marx. 100 Seiten verfasst hat, beim Barbier?
Dath ist einer der originellsten Köpfe der FAZ-Feuilleton-Mannschaft, immer für eine Überraschung gut. Jetzt erstaunt er seine Leser einmal nicht mit Science-Fiction- und Comic-Reflexionen, sondern mit einer Darstellung von Karl Marx'Theorie. Dieser Darstellung fehlt es nicht an einer umsichtigen Vollständigkeit der Marx'schen Theoreme. Gutschreiben muss man ihm vor allem, dass er verstanden hat, was Marx'Genie ausmacht: den systematischen Funktionszusammenhang des Kapitalismus entdeckt und beschrieben zu haben. Dieser Schuss ins Schwarze des kapitalistischen System ist Marx' ganz eigene Leistung. Dath nimmt auch seinen apathischen Rationalismus auf, allerdings rein identifikatorisch. Und deshalb fühlt man sich als Leser um annähernd fünfzig Jahre zurückversetzt - in die Zeit der Kapital-Kurse. Marx wird präsentiert, als lebten wir noch im Schatten der DDR, der Sowjetunion. Was aber macht man mit der sozialistischen Tradition, wenn die sozialistischen Staaten nicht mehr sind? Diese Frage müsste doch die erste sein, die sich heute aufdrängt. Stattdessen liefert Dath eine rein historische Darstellung, versucht ein »objektives« Bild. Aber ein objektives Bild ist Fiktion, eine solche gibt oder gab es wohl nur an DKP-Heimabenden, wo alle froh waren, dass sie nun endlich im Besitz einer festgegründeten Wahrheit waren. Was will Dath? Er will Objektivität, Geltung von Theorie ohne Rücksicht auf die Subjektivität - und eben nicht nur in den Natur-, sondern auch in den Gesellschaftswissenschaften.
Muss man aber den Marxismus nicht mit dem St