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Die Psychoanalytikerin Ute Auhagen-Stephanos arbeitet seit Jahrzehnten mit unfreiwillig kinderlosen Paaren und hat einen Behandlungsansatz entwickelt, der auf dieses Problem ausgerichtet ist. Der von ihr entwickelte »Mutter- Embryo-Dialog« ist gleichzeitig der Name der Methode und des gerade veröffentlichten Buches, das ihre Erfahrung zusammenfasst.
Beim »Mutter-Embryo-Dialog« handelt es sich um eine modifizierte und fokussierte psychoanalytische Behandlungsmethode, die Prozesse der Übertragung und Gegenübertragung berücksichtigt, gleichzeitig aber stringent auf unbewusste Phantasien der Patientin über die eigene Fruchtbarkeit und den eigenen weiblichen Körper zugeht und von daher als spezifisch psychoanalytische Kurzzeitbehandlung anzusehen ist. Die Indikation setzt voraus, dass die unfreiwillig kinderlose Frau ansonsten nicht in erheblichem Ausmaß durch neurotische Symptome und Beziehungsmuster eingeschränkt ist. Wenn eine umfangreichere neurotische Struktur vorliegt, kann der Mutter-Embryo- Dialog als ein Element einer langfristig angelegten psychoanalytischen Behandlung eingesetzt werden - die Autorin beschreibt auch solche Verläufe -, im Wesentlichen aber richtet sich das Angebot umweglos auf die Wiederherstellung der beschädigten Fruchtbarkeit und reduziert damit zusätzlich sekundär resultierende Schamgefühle und Partnerschaftskonflikte.
Diese klare Ausrichtung auf ein konkretes Therapieziel widerspricht der Offenheit der psychoanalytischen Standardbehandlung und fordert uns auf, unser therapeutisches Selbstverständnis zu befragen: Wie stehen wir zur Vielfalt der möglichen Anwendungen der Psychoanalyse? Sind wir offen für den Perspektivenreichtum des Denkens, das uns Freud und seine Nachfolger hinterlassen haben? Was ist der Mutter-Embryo-Dialog? Wie funktioniert er? An wen wendet sich das Buch?
Ich meine, dass man die vorgelegte Untersuchung in zwei Richtungen lesen kann. Ersten ist es die Mitteilung über ein jahrzehntelang kumuliertes Erfahrungswissen zu einem