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Wie lässt sich die unbewusste Kommunikation konzeptualisieren, die sich in der analytischen Situation herausbildet? Was gibt dem Austausch der Worte seine Tiefendimension? Auf diese elementare Frage der Psychoanalyse haben Madeleine und Willy Baranger eine neue Antwort entwickelt: das Konzept des analytischen Feldes. Einige Jahrzehnte lang war es nur in romanischsprachigen Ländern bekannt, erst seit den 1990er Jahren erschienen erste Übersetzungen ihrer Arbeiten auf Englisch und Deutsch. Man begann, die südamerikanische Psychoanalyse wahrzunehmen. Heute gehören die Barangers zu den bekanntesten und einflussreichsten Psychoanalytikern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihr bahnbrechender Artikel aus dem Jahr 1961/62, den wir hier erstmals in deutscher Sprache präsentieren, ist zu einem Klassiker und lebendigen Bezugspunkt geworden.1
Das Konzept des »Feldes« haben sie aus der Gestaltpsychologie übernommen. Diese hat es wiederum der Physik entlehnt, in der die Untersuchung des elektromagnetischen Feldes zur ersten ausgearbeiteten Feld-Theorie geführt hatte. Die Frage nach den im Feld wirksamen Kräften trat dabei zunehmend in den Vordergrund. Der Gestaltpsychologe Kurt Lewin überträgt als erster den Feldbegriff in die Psychologie und spricht von dem psychischen Gesamt-Feld als Inbegriff dynamischer Faktoren, die sich wechselseitig beeinflussen. Damit ist der Gedanke verbunden, dass im Feld nichts feststeht, sondern alles in Bewegung ist. Neben Lewin hat der französische Phänomenologe Maurice Merleau-Ponty einen großen Einfluss auf die Barangers. Er bezieht auch die Sinneswahrnehmung in die Dynamik des psychischen Feldes ein und hebt deren Perspektivität hervor. Die Wahrnehmung kann nichts Sicheres und Ganzes festhalten, sondern ist in sich selbst dynamisch - die Barangers werden später auch die psychoanalytische Theoriebildung auf diese relativistische Weise