You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ausgehend von drei Fallberichten zu Kindern, die beim ersten therapeutischen Kontakt sehr jung waren, werden drei wichtige Aspekte der aktuellen Forschung zu frühen Traumata untersucht: die aufeinander bezogenen Rollen von Realität und Phantasie, die auf dieser Altersstufe gegebene Fähigkeit zur symbolischen Repräsentation von Traumata und der Bindungsstatus. Diese Überlegungen sind von Bedeutung für die Frage, ob traumatische Erfahrungen, denen Kinder im präverbalen Stadium ausgesetzt sind, später der Deutung zugänglich sein können. Der Fokus liegt größtenteils auf Traumaereignissen - erschütternden, lebensbedrohlichen Einzelerlebnissen -, die in sehr jungem Alter eintreten. Drei Hauptpunkte werden hervorgehoben. Erstens sind Kleinkinder und Säuglinge (auch Neugeborene) in der Lage, starke Schmerzen zu empfinden und Symptome der Traumatisierung zu zeigen. Sie können ein Ereignis also als erschütternd und lebensbedrohlich erfahren. Zweitens können sie diese Ereignisse in Erinnerung behalten oder symbolisch repräsentieren, d. h. auf eine Weise im Gedächtnis speichern, die sich auf späteres Verhalten und Lernen auszuwirken vermag. Drittens kann das vorhandene Bindungssystem entscheidenden Einfluss darauf nehmen, wie die Traumatisierung sich auflöst oder nicht auflöst.