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Nichts hat die Psychoanalyse in ihrer Entwicklung so geprägt wie das Gefühl, mit einer Welt von Widerständen konfrontiert zu sein. Bekanntlich sah Freud in seiner Entdeckung eine Herausforderung und Zumutung, die von der Gesellschaft nicht leicht zu akzeptieren sein würde. Er rechnete nicht nur mit Widerstand, er hielt ihn für eine ganz natürliche Reaktion. Freud ging jedoch noch einen Schritt weiter: Er setzte die Stärke des Widerstands in ein Verhältnis zur Reinheit des Paradigmas. Verringerte sich der Widerstand, wurde also die Psychoanalyse populärer, war das für ihn ein Alarmzeichen.
Wie man weiß, hielt sich die Popularität der Psychoanalyse um 1900 in Grenzen. Die Traumdeutung erschütterte weder die Unter- noch die Oberwelt, sie war eher ein Buch für »Kenner und Genießer«. Doch noch in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg änderte sich die Sachlage, es kamen Interessierte, die mit den neuen Ideen arbeiten wollten - die Psychoanalyse wurde populärer.
Freud stand dem zunehmend skeptisch gegenüber. Zwar freute er sich über die Resonanz, die seine Ideen in der Öffentlichkeit fanden, doch das von ihm begründete Paradigma war von nun an nicht mehr alleine in seiner Hand. Mit der zunehmenden Popularität wuchs, wie er meinte, die Gefahr des Missbrauchs. Für Freud war die Reinheit der Theorie mit Popularität unvereinbar.
Wer sich den Verlockungen der Popularität hingibt, der kann zwar, nach Freuds bekanntem Diktum, das Schwinden des Widerstands feststellen, opfert aber die »Wahrheiten der Psychoanalyse«. Bekanntlich hatte Freud dabei besonders die Situation in Amerika im Blick. Er war überzeugt, dass seinem Paradigma in der neuen Welt die größten Gefahren drohten. Und diese Gewissheit bestand schon vor seiner Amerika-Reise 1909, sie wurde durch seinen Aufenthalt nur noch bestärkt.
Wer populär ist und sich auf die Tradition Freuds beruft, hat es mithin nicht ganz einfach. Irvin D. Yalom hat das schwere Gepäck der Psychoanalyse abgeworfen. Er steht für eine Psychotherapie, die