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Joachim Küchenhoff vertritt in seinem Buch die zentrale Annahme, »dass das depressive Erleben mit der Angst vor dem Beziehungsverlust«, mit einer »Grundangst vor Trennung« verbunden ist, und unterscheidet dabei sechs verschiedene »Konstellationen« in einer »psychodynamischen Typologie«. In einer »psychoanalytischen Perspektive auf die Zeit« (S. 25 ff.) ist die Verbindung zwischen Zeiterleben und früher Beziehungserfahrung zentral: »Zunächst strukturiert sich das Zeiterleben am Wechsel körperlicher Rhythmen« und »Die fortschreitende Selbst- und Objektkonstituierung begründen ein Gefühl für Gegenwart und Zukunft« (S. 26). In der Depression werde »die Herrschaft der linearen Zeit« gespürt, der Depressive nehme »das Vergehen der Zeit als solches wahr, also die Unerbittlichkeit eines Weiterrückens der Zeit, gegen die normalerweise die Lebendigkeit der Lebensvollzüge und der emotionalen Erfahrungen in Beziehungen schützen« (S. 27). Zeiterfahrung wird monoton, die depressive Leere lässt Zeit »ohne Fülle« verrinnen und die »Erfahrung der Vergangenheit und des Vergangenen gewinnt eine Übermacht« gegenüber Gegenwart und Zukunft, jedoch ohne das »Gefühl, Akteur des eigenen Lebens« zu sein (S. 27).
Der Autor stellt geläufige Akzentuierungen der Psychodynamik der Depression heraus, so die Rolle pathologischer Trauer und der Introjektion, aber auch den Blick auf narzisstische Komponenten sowie die Entwicklung und Bedingungen von psychischer Repräsentation, jeweils im Hinblick auf Verlusterfahrungen. Es kommt dann zu pathologischer Trauer und depressiver Verarbeitung, wenn es sich um den Verlust eines Objekts handelt, mit dem jemand sich nicht innerlich als vom Selbst getrenntem Bestandteil internalisierter Beziehungserfahrungen auseinandersetzen kann; d.h., wenn die Merkmale der Depression vorherrschen: die narzisstische Objektwahl (Beziehungserfahrungen ohne verlässliche, aber flexible Grenze in der Kontakterfahrung), Ambivalenz (unintegrierte gegensätzliche Strebungen, insbesond