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In seinem Buch präsentiert Riccardo Lombardi eine Zusammenstellung von Arbeiten aus den Jahren 2002 bis 2016, die mit Ausnahme des fünften Kapitels (Lombardi 2009) bisher nicht auf Deutsch erschienen sind. Die Aufmerksamkeit des Lesers wird auf ein Thema gerichtet, mit dem Lombardi sich seit vielen Jahren auseinandersetzt: auf den Körper und hier besonders auf die verloren gegangene oder brüchige Beziehung zwischen Körper und Seele, ihre Dissoziation. Anhand von zahlreichen Beispielen aus der psychoanalytischen Praxis wird der Konflikt zwischen Körper und Seele in seinen vielfältigen Erscheinungsformen in den Blick genommen.
Besonders lesenswert macht das Buch die Verbindung einer theoretischen Grundlage mit der klinischen Anwendung derselben in der Behandlung von schwer kranken Patienten, die u. a. unter Anorexie oder Psychosen leiden. Die Besonderheit von Lombardis Ansatz liegt darin, die analytische Beziehung zutiefst relational zu denken und gleichzeitig den Fokus der Interventionen auf den Bezug der Analysanden zu sich selbst und zu ihrem Körper zu richten. Lombardi nennt dies ein Durcharbeiten der Körper-Seele-Verbindung und stützt sich dabei auf die von ihm so genannte »Übertragung auf den Körper«, ein Konzept, das er im ersten Kapitel darstellt und das auf einem weiter gefassten Verständnis des Übertragungsbegriffs basiert. Nach Lombardi ergänzen sich die Übertragung auf den Analytiker und die Übertragung auf den Körper gegenseitig, wodurch eine doppelte und parallele Übertragung beider Beteiligter auf ihre eigene Körperlichkeit entsteht, die in entscheidender Weise die Kommunikation innerhalb des analytischen Paares ermöglicht, insbesondere wenn der Analysand von seinem körperlichen und emotionalen Erleben entfremdet ist. Der Analytiker ist mit seinen eigenen Körperempfindungen involviert und nutzt die Wahrnehmung des eigenen Körpers, um im Sinne einer somatischen Gegenübertragung an der Bewusstwerdung und Verstoffwechselung der vorsprachlichen Affekte zu ar