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In Wien gab es nach 1918, anders als in Berlin (oder überhaupt in Deutschland), gewichtige personelle Überschneidungen zwischen akademischer Psychiatrie und Psychoanalyse. Das lag primär am Lehrstuhlinhaber Julius Wagner-Jauregg, der trotz ablehnender Einstellung zur Psychoanalyse seinen Mitarbeitern freie Hand für einschlägige Forschungen ließ. Drei Exponenten dieser Verbindung werden vorgestellt: Otto Pötzl, dessen psychoanalytisches Engagement begrenzt blieb; Paul Schilder, der in den 1920er Jahren mehr dazu tat, die Psychoanalyse in der psychiatrisch-neurologischen Fachwelt bekannt zu machen, als irgendjemand sonst außer Freud; und Heinz Hartmann, der erst nach 1927/28 aus einer Außenseiterposition ins Establishment der Freud-Schule aufrückte. Bei allen dreien, die sich außerhalb der therapeutischen Praxis um die empirische Bestätigung und theoretische Weiterentwicklung psychoanalytischer Lehren bemühten, gibt es Indizien dafür, dass sie von eingefleischten Freudianern weniger begrüßt denn als Fremdlinge empfunden wurden. Als ein spezieller Ort der Verbindung von Psychiatrie und Psychoanalyse wird außerdem der Wiener Verein für angewandte Psychopathologie und Psychologie vorgestellt.