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Niemand unter den Großen der Psychoanalyse hat sich so lebhaft dagegen gewehrt, als Lehrer festgelegt zu werden wie Bion. Auch wenn er in vielem ein Kant-Verehrer war, erweist er sich in diesem Punkt in der Nachfolge von Hegel, der im Vorwort seiner großen Logik meinte, es gäbe keine Einführungen ad usum Delphini, denn man sei in der Dynamik des Geistes immer schon mittendrin und könne deshalb nicht bei Null anfangen. Bion könnte sagen, in dem Moment, in dem er und der Patient das Behandlungszimmer betreten, sind beide schon in der Übertragungssituation und kommen an keine Null heran, von der aus die Schritte zu rekonstruieren wären. Aber was rettet man, wenn man so darauf beharrt, dass das Einführen, Weitergeben der Lehre unmöglich ist? Man rettet etwas, dessen sich Mertens, der diese Einführung verfasst hat, durchaus bewusst ist: das Moment des Unaussprechlichen des Arzt-Patienten-Verhältnisses.
Anders als Lacan und seine Anhänger war Bion nicht der Meinung, dass Psychoanalyse »machbar« ist. Man kann von Glück sagen, wenn sie gelingt, der Weg ist nicht rekonstruierbar. Auch dieser psychoanalytischen Tatsache ist sich Mertens bewusst. Er hat seinen Versuch dennoch unternommen und kann mit Stolz sagen, dass keiner je versucht hat, so umfassend über Bion zu informieren. Noch etwas zeichnet seinen Habitus aus: die Lust am Vergleichen. Schon früher hat er sich an einen Vergleich psychoanalytischer Schulen gemacht. Ohnehin ein schwieriges Unterfangen, da die meisten Psychoanalytiker sich mit einer einmal gelernten Verfahrensweise identifizieren wollen. Sein Stolz ist es, sich in mehrere einzufühlen, ohne einem »anything goes«-Denken zu verfallen und doch im »psychoanalytischen Babel« einige Fixpunkte auszumachen. Ausgerechnet, möchte man sagen, nein, mit Bedacht rühmt gerade die klassische Freudianerin bei Mertens »die Verweigerung, eine einzige, totalisierende und letzte Bedeutung für das Verstehen […] zu akzeptieren. Dies ist nachgerade der Kernpunkt der psychoanalytis