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Polarisierungs- und Spaltungsprozesse sind ubiquitäre Phänomene und finden sich gerade aktuell gehäuft. Wie lassen sich solche nicht selten destruktiv verlaufenden Prozesse genauer verstehen?
Diesem Desiderat der Forschung nimmt sich die Berliner Psychoanalytikerin Karin Zienert-Eilts an, die vor einigen Jahren mit einer Abraham-Biographie hervorgetreten ist. Die Autorin wählt zur Beantwortung dieser drängenden Frage einen originellen Zugang: Im Hauptteil ihres Buches untersucht sie drei exemplarische Modelle der Konfliktbewältigung aus der Geschichte der Psychoanalyse, nämlich das »Geheime Komitee«, die »Controversial Discussions« und die Seeon-Konferenz zwischen DPV und DPG, bemüht sich also in bester psychoanalytischer Manier um Klärung im Rahmen einer Selbstanwendung. Zienert-Eilts ist sich der Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der von ihr gewählten Methode einer psychoanalytischen Untersuchung historischer Prozesse bewusst und begegnet ihnen mit geschulter Reflexion: Die geschichtlichen Daten und Quellentexte werden systematisch kontextualisiert und die Beziehungszusammenhänge unter Berücksichtigung unbewusster Prozesse behutsam und abwägend psycho- und gruppendynamisch