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Facebook-Kontakte und Twitter-Follower sind längst zur Leitwährung der digitalen Moderne geworden. Den Wunsch nach sozialer Rückkopplung und medialer Aufmerksamkeit stellt der Frankfurter Publizist und Psychotherapeut Martin Altmeyer ins Zentrum seiner Gesellschaftsstudie Auf der Suche nach Resonanz. Anders als die kulturkritischen Thesen von Frank Schirrmacher, Botho Strauß, Hans Magnus Enzensberger, Harald Welzer und anderen deutschen Intellektuellen rückt Altmeyer die Effekte der Mediengesellschaft in ein helleres Licht. Vor allem aber dient ihm die Studie als »relational-intersubjektiver« Revisionsversuch der Psychoanalyse Freuds.
Seitens der Digitalisierung geraten immer mehr Bereiche unserer Gesellschaft unter Modernisierungsdruck. Dass z. B. für Psychotherapie und Coaching App-Lösungen genutzt werden, hätte vor Kurzem noch kaum jemand angenommen. Ausgehend vom Sog der digitalen Moderne und der Medialisierung von Arbeit und Privatleben fragt der Autor daher, inwieweit nicht auch die Psychoanalyse Freuds zentrale Begriffe überdenken muss. Kennzeichnend für die digitale Moderne sei der Wunsch nach »Umweltresonanz«, insbesondere der Sozialcharakter einer auf narzisstische Selbstdarstellung gepolten digitalen Moderne, was auch eine Blickverlagerung der Psychoanalyse vom Innen des Individuums auf das Außen des Zwischenmenschlichen nahelege. In diesem Sinne solle die »Tiefenontologie der klassischen Psychoanalyse« durch eine »flache Ontologie« ersetzt werden, die die Dinge nehmen solle, wie sie sind, ohne dahinter etwas anderes zu vermuten (S. 31). Mit weitreichenden