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Meldungen aus den Kriegsgebieten weltweit und die ständigen Nachrichten von Selbstmordanschlägen halten die Gegenwart des Todes im Fokus der Aufmerksamkeit unserer Mediengesellschaft. Dazu passend untersuchen einige neue Sachbücher die Rolle des Todes für Leben und Denken des Menschen: Als Beispiel wäre Christian Kläuis scharfsinnige Freud-Relektüre Tod - Hass - Sprache. Psychoanalytisch zu nennen oder die kenntnisreiche Suizid-Studie des der Psychoanalyse nahestehenden Kulturwissenschaftlers Thomas Macho. Eine weitere Neuerscheinung mit dem Titel Eros und Thanatos als Triebkräfte des Denkens von Hans-Peter Waldhoff nähert sich dem Phänomen der Sterblichkeit über den Chor jener zahlreichen Autoren, Schriftsteller, Philosophen und Psychoanalytiker, die der Tatsache des Todes universelle Erkenntnisse abzuringen versucht haben.
Waldhoffs These lautet, dass es einen existentiellen Zusammenhang zwischen der Lebensfähigkeit der Menschen, ihrer Art zu leben und zu denken, und ihrem Wissen vom Sterben gibt. Wer das Leben meistern will, übe sich daher in der Kunst, mit dem Tod umzugehen. Gewiss stellt dies keine ganz neue Erkenntnis dar, doch bei Waldhoff wird sie insofern zum publizistischen Programm, als er sich in seinem Nachdenken über die Verbindungen von Leben und Tod von zahlreichen Quellen und Zitaten anleiten lässt und auf diese Weise ein dichtes Gewebe aus Zitaten, Reflexionen und Aperçus rund um die beiden Pole Eros und Thanatos webt. Der Fluchtpunkt dieses Nachdenkens ist die Annahme, dass es beim Denken des Menschen irgendwie immer mit existentiellen Kräften zugeht; dass also das Denken lebendig wie auch tot sein kann; kurzum, dass Menschen in der Lage sind, das eigene Denken wie auch die Denkentwicklung anderer abzutöten.
Waldhoff bezieht sich in seinen Ausführungen auf Ideen aus der antiken Philosophie, zitiert Gegenwartsautoren wie Peter Sloterdijk oder Oskar Negt und findet Beispiele in der Literatur und der Tagespolitik. Seine theoretischen Bezugspunkte verkn