You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Hansbury greift ein Thema auf, das derzeit »in aller Munde« ist: Geschlechtsidentität in Bewegung. Fachzeitschriften und Feuilletons berichten von der zunehmenden Zahl vor allem junger Menschen, die sich ihrer Geschlechtsidentität nicht mehr sicher sind. An vielen Orten entstehen Beratungsstellen und Spezialambulanzen. Selbst in etablierten psychotherapeutischen Praxen tauchen immer öfter Patienten mit einer Gender-Diskongruenz auf. Die Vervielfältigung der Sexualität und des Sexuellen ist ein Thema unserer Tage.
Dabei geht es Hansbury nicht darum, ätiologische und psychogenetische Fragen zu klären. Sein Beitrag ist ein Schritt zur Überwindung der binären Vorstellung über das Geschlechtliche, also des Denkens in den Kategorien »weiblich« oder »männlich« oder neuerdings als dritte Kategorie divers oder Trans*. Sein Ziel ist die Autonomie anstelle von Fremdsteuerung bei der Gestaltung der persönlichen Sexualität. Dabei geht es ihm um das Verhältnis zwischen »Männlichem« und »Weiblichen«, das als Polarität unser binäres Konzept der Geschlechterordnung beherrscht. Er beschreibt, wie sich traditionell als männlich aufgefasste Bereiche des Sexuellen und traditionell als weiblich bezeichnete miteinander berühren und verschmelzen und nicht ausschließlich als unvereinbare Pole in einem binären Konzept verstanden werden können. Konkret untersucht er die Berührung zwischen dem männlichen sexuellen Körper und dem sexuellen Körpererleben. Die Berührung ereignet sich in einem Zwischenbereich, den er »Transgender-Schwelle« nennt. Die Transgender-Schwelle versteht er als einen imaginären psychischen Raum, in dem Weibliches und Männliches sich in einer Existenz verbinden. Hier herrscht die Vorstellung und der Wunsch, männlich und weiblich in einem zu sein.
Hansbury untersucht die Transgender-Schwelle bei Männern, die ihre Männlichkeit bejahen (»Cisgender«), und Männern, deren Geschlechtserleben nicht mit dem biologischen Geburtsgeschlecht übereinstimmt (»Transgender«). Um hier keine n