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In seiner Monographie diskutiert Günter Maass die Vorteile des zwischenmenschlichen Gesprächs für Diagnostik und Indikation. Er beginnt mit der Vermittlung der Grundlagen der psychoanalytischen Krankheitslehre sowie zentraler Begriffe wie Konversion oder des Modells des psychischen Apparats und des grundlegenden Konzepts des psychosomatischen Simultangeschehens, der »leib-seelischen Gleichzeitigkeit«.
Dann führt er den Leser Schritt für Schritt durch den Ablauf des Interviews, von der ersten Mitteilung des Patienten zur Diagnose, zur Indikation und Vorschlägen zur Therapie. Diskutiert werden auch die Haltung des Interviewers gegenüber seinem Patienten, Übertragung und Gegenübertragung,
der Begriff des Handlungsdialogs, die szenische Information. Dieser Teil ist besonders reich an lebendigen Fallvignetten. Neben den Fallgeschichten stellt der Autor auch eine Reihe von Schaubildern bereit, in denen auf anschauliche Weise bestimmte Konzepte - z.B. »Konflikt«, »Symbol« - oder Prozesse - etwa der zeitliche Ablauf des Erstinterviews - dargestellt sind. Er führt uns von den ältesten Herausforderungen an den Diagnostiker zu den gegenwärtig drängenden, beispielsweise dem sogenannten Burn-out-Syndrom.
Im dritten Teil erläutert Maass, unter Berücksichtigung auch neuester Forschung, die Erkrankung als ein bio-psychosoziales Geschehen. Hier ist das Konzept der zweiphasigen Abwehr wichtig, d.h. das Zerreißen des psychosomatischen Simultangeschehens aufgrund der jeweiligen Grenzen psychischer Verarbeitungsmöglichkeiten von Konflikt und Trauma. Unter der Überschrift »Was ist »psychosomatisch«?« vermittelt der Autor dieses Grundverständnis einer »leibseelischen Gleichzeitigkeit« (Mitscherlich). Mit anderen Worten: Wenn ich mich in einer sozialen Situation über etwas errege, dann zittere ich nicht nur am ganzen Körper, sondern kann in der Regel auch sprachlich angeben, was mich »gekränkt« hat, darüber nachdenken und, wenn möglich, in einen Dialog eintreten. Diese leibseelische Gleic