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Die Digitalisierung stellt zweifelsohne eine der folgenreichsten Transformationen für Gesellschaft und Individuen dar - und damit auch für die Analyse der damit verbundenen sozialen und psychischen, teils unbewussten Bedeutungen. Auf das »Projekt der Moderne […] folgt das Projekt der Digitalisierung«, wie es Baecker (2018, S. 9) zugespitzt hat, mit weitreichenden und basalen Veränderungen. Diese sind temporeich, von wirkmächtigen Produktivkräften und Interessen getragen, mit Hoffnungen, Ängsten und Wünschen verbunden, teils mit Allmachts- oder Ohnmachtserleben, dessen Dynamiken selbst noch genauer zu erschließen sind.
Bereits jetzt hat die Digitalisierung der Gesellschaft das Leben von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hochgradig gewandelt, die kulturelle Matrix des Aufwachsens und der psychischen Entwicklungen (Kammerl & Kramer 2016) - mit entsprechend neuen Herausforderungen für Selbstverständnis, Theorieentwicklung und Praxis der Psychoanalyse in Forschung und Therapie. So wandeln beispielsweise Beziehungen ihre Gestalt und Dynamik: hinsichtlich Kommunikation und Umgangsweisen, Formen der Zu- und Abwendung, des Zusammen- und Getrenntseins, des Da- oder Dort-Seins, Kontakt und Abschied, Intimität und Distanz.
Die Anderen und das Selbst, Leiblichkeit und Affekte werden im Zuge dessen auch anders erfahren und erlebt (vgl. Fuchs 2014; Löchel 2015; Gerisch 2019a,b; King 2016, 2019). Zugleich ist die digital ermöglichte Weltreichweite auf historisch neue Weise gewachsen, die Möglichkeiten des Zugangs zu Wissen und Information haben sich entsprechend vervielfältigt, ebenso die der Vernetzung mit anderen. Entferntes rückt näher, wird digital-medial erlebbar, während zugleich das Nahe an Bedeutung verlieren kann, wenn Kommunikation und leibliche Präsenz auseinandertreten.
Die bedeutsamen Anderen werden umso mehr auch in digitalen Welten verortet. Die digital-mediale Darstellung des Selbst, die Projektion des Selbstbilds in den »digitalen Spiegel« sowie die erhofften Spie