You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In den methodologischen Überlegungen und den konkreten kunstpsychoanalytischen Untersuchungen, die Joachim F. Danckwardt im Laufe der Jahre vorgelegt hat, scheint ein zentraler Orientierungspunkt auf: der Bezug auf den Prozess. Von diesem ausgehend lässt sich darstellen, worum es ihm in seiner Theorie, Methode und Praxis der Psychoanalyse der Kunst (sowohl auf der Seite der ästhetischen Erfahrung als auch auf der Seite der künstlerischen Produktion) geht.
Glücklicherweise ist mittlerweile der Hinweis darauf, in der psychoanalytischen Auseinandersetzung mit Kunst sei ein ausschließlich inhaltsbezogener
Aspekt der Interpretation deplatziert und es solle ihr stattdessen um die Betrachtung der Form und des Prozesses gehen, obsolet geworden. Danckwardts Arbeiten haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, die Anfänge der »Angewandten Psychoanalyse« in ihren methodischen Einschränkungen erkennen zu können. Am deutlichsten wird die Wandlung von einer den Inhalt verabsolutierenden zu einer prozessbezogenen psychoanalytischen Kunstforschung (»Anstelle der Inhalte versuchen die vorliegenden Studien diejenigen Prozesse, durch die in dem »Organ« »Kunst« wahrgenommen und erkannt wird, zu versammeln«; S. 17) in Danckwardts Begriff der Prozessidentifizierung (S. 125ff.). Diese komme »einer Identifizierung des Subjekts mit vormals äußeren Vorgängen gleich«.
Das ist ein ebenso basaler wie weitreichender Gedanke, der zum einen in der psychoanalytischen Entwicklungstheorie, zum anderen in der Theorie der Abwehrvorgänge und schließlich in kunstphilosophischen Überlegungen wurzelt. Danckwardt argumentiert in diesem Zusammenhang dafür, die psychoanalytische Beschreibung psychischer Prozesse nicht auf ihre Bedeutung als »Therapie-Widerstandsmechanismen und Krankheits-Abwehrmechanismen« zu verengen, sondern stattdessen ihren Anschluss an ein »Aufscheinen einer ihnen kurz vorausgehenden Wahrnehmung und Erkenntnis von etwas Unaushaltbarem« aufrechtzuerhalten (S. 18; das betrifft neben