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Timo Storcks Buch Trieb ist die überarbeitete Mitschrift von fünf öffentlichen Vorlesungen, die der Autor im Wintersemester 2016/17 an der Psychologischen Hochschule zu Berlin gehalten hat, und initialer Teil des Projekts, die »Grundelemente psychodynamischen Denkens« zu diskutieren. Unter der dreifachen Perspektive der »konzeptuellen Kritik«, der »klinischen Praxis« und des »wissenschaftlichen Transfers« ist es Storck in seinem Auftaktband der Reihe darum zu tun, ein zentrales und, wie er betont, unveräußerbares Theoriemodul psychoanalytischen Denkens kompendienartig darzustellen.
Ausgangs- und konstanter Bezugspunkt ist der Diskursbegründer Freud und dessen metapsychologisch-kopernikanische Wende, die den Menschen, ihn dabei narzisstisch kränkend, gewärtigen ließ, dass das Ich nicht Herr im eigenen Haus ist; weil es da noch etwas anderes gibt, das in den düsteren Winkeln, den unterirdischen Gängen und Gewölben umherspukt und sich dem Bewusstsein auf unheimliche Weise entzieht; das hinter das Bewusstsein führt, es mitunter hinters Licht führt. Über diese unerhörte Dezentrierung und Entfremdung des Subjekts von sich selbst hatte u.a. die sogenannte »schöne Literatur« bereits kryptotheoretisch Auskunft gegeben. Doch erst Freud gelang es, das teils noch dunkel ahnungsvoll, teils schon in heller Einsicht, auf jeden Fall aber versprengt Formulierte in Abgrenzung zur Psychologie um 1900 - eine Epochenschwelle, an der noch so manch andere zentrifugale Kraft zerrte - für den Wissenschaftsdiskurs systematisch zu territorialisieren.
Nach einigen knappen methodologischen Präliminarien und einer Operationalisierung der Leitbegriffe »Konzept« und »Psychoanalyse« bzw. »psychoanalytisch« im ersten Kapitel wendet sich Storck im zweiten den Elementen zu, um die die Freud’sche Triebtheorie gravitiert. Der Autor weicht gekonnt der Kalamität aus, in die sich Abrisse und Einführungen bisweilen verstricken, nämlich dem statisch Definitorischen, der grobkörnig verflachenden Darlegung theor