You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ein oder zwei psychoanalytische Generationen nach uns könnte sich im Hinblick auf die psychoanalytische Ausbildung (Zulassung, Abschluss)1 und ihre Beurteilung (Evaluation) der Beginn des 21. Jahrhunderts, des zweiten Jahrhunderts der Psychoanalyse, als eine Wendezeit herausstellen, als Anfang vom Ende des bislang maßgeblichen »global-intuitiven Modells« (GIM). »Intuitiv« nenne ich das Modell insofern, als nach Kenneth Israelstam »die Beurteilungen auf der Grundlage von Intuitionen« vorgenommen werden, »das heißt, man verlässt sich auf das Urteil der erfahrenen Analytiker des Instituts, sozusagen auf die »Weisheit der Alten« (Halpern 2003)« (Israelstam 2019, S. 108), »global« insofern, als die »Beurteilungen global, das heißt, auf der Grundlage eines Gesamteindrucks [vorgenommen werden] und […] auf impliziten Kriterien [einer Gruppe erfahrener Kolleginnen und Kollegen] [basieren]« (Tuckett 2007, S. 48).
An die Stelle des GIM wird meiner Vermutung nach im Laufe der Zeit flächendeckend die Implementierung des »operational-kompetenzorientierten Modells« (OKM) der Beurteilung treten. »Kompetenzorientiert« bedeutet, dass die Fähigkeit, eine psychoanalytische Behandlung durchzuführen, als psychoanalytische Kompetenz verstanden wird, »operational«, dass die Beurteilung dieser Fähigkeit anhand explizierter, klar erkennbarer und aufzeigbarer Merkmale der Arbeit des Kandidaten mit
* Bei der Redaktion eingegangen am 30.4.2019.
Die hier zugrunde liegende Übersetzung ist die der ersten Arbeit von Kenneth Israelstam aus dem Jahr 2011, die sich auf die Ausbildung von Kandidaten und deren Abschluss innerhalb einer psychoanalytischen Gesellschaft bezieht. Die Verwendung des dazu erarbeiteten Modells für die Zulassung zur Ausbildung ist Thema einer darauf aufbauender Arbeit Israelstams aus dem Jahr 2015. Wenn nicht ausdrücklich anders vermerkt, geht es in meinem Text um die Kompetenzbeurteilung im Rahmen der
* Bei der Redaktion eingegangen am 30.4.2019.
Die hier zugrunde liegende Übersetzung ist die der ersten Arbeit von Kenneth Israelstam aus dem Jahr 2011, die sich auf die Ausbildung von Kandidaten und deren Abschluss innerhalb einer psychoanalytischen Gesellschaft bezieht. Die Verwendung des dazu erarbeiteten Modells für die Zulassung zur Ausbildung ist Thema einer darauf aufbauender Arbeit Israelstams aus dem Jahr 2015. Wenn nicht ausdrücklich anders vermerkt, geht es in meinem Text um die Kompetenzbeurteilung im Rahmen der