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»Kinder sind faszinierend.« Mit dieser Feststellung beginnt der Zürcher Psycho- und Kinderanalytiker Pedro Grosz die Einleitung in sein Buch Einblicke, und von dieser Faszination - sowohl für Kinder wie für Menschen und ihre komplexen Innenwelten - sind die teilweise überarbeiteten Beiträge des vorliegenden Buches durchdrungen. Die darin enthaltenen Texte befassen sich u.a. mit theoretischen Fragen zur psychoanalytischen Ethik, zur Behandlungstechnik sowie zu sozialökonomischen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen und deren verändernden Einflüssen auf die menschliche Psyche und das Verständnis von Psychotherapie. Grosz nimmt uns mit in sein Behandlungszimmer und lässt uns beim Dialog mit Eltern und Kindern »zuhören«; er gewährt uns aber auch Zugang zu seinen »Denkstuben«, in denen er dem nachspürt, was irritiert, befremdet oder verärgert, um es in seiner Bedeutung für das Kind und für die Familie zu entziffern und in eine Deutung zu fassen. Deutungen, so betont Grosz, sind jedoch stets nur Hypothesen, zu denen die Klienten immer das letzte Wort haben.
Die Einleitung macht uns mit den theoretischen und soziokulturellen Bezügen des Autors vertraut, der 1943 in Buenos Aires geboren wurde und dort aufwuchs, bevor er zum Psychologiestudium nach Zürich kam, wo er auch seine psychoanalytische Ausbildung am Psychoanalytischen Seminar (PSZ) absolvierte. Während der 1960er Jahre bewegte sich Grosz zwischen Europa und Lateinamerika und integrierte theoretische Impulse aus beiden Lebenswelten. So wurde er von der Institutskritik der »Plataforma Internacional« ebenso beeinflusst wie von der in Argentinien bereits etablierten psychoanalytischen Gruppenarbeit, insbesondere dem »Grupo Operativo« um Pichon Rivière u.a. Daraus entwickelte er das Konzept von Elterngesprächen als einem Kleingruppenprozess. Ziel des Prozesses ist, die komplexen Hintergründe der familiären Beziehungen und Konflikte gemeinsam zu erforschen und Veränderungsprozesse zu ermöglichen. Grosz ergründet die