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Mit den vorgeblich geheimen Protokollen der Weisen von Zion wird in vielen Varianten und Sprachen verbreitet, die Juden hätten sich verschworen, die Herrschaft über die Welt zu erringen und die Nichtjuden zu vernichten. Sie würden zu diesem Zweck zu ruchlosen Mitteln greifen und niederträchtige Wege einschlagen, die ihnen bereits seit dem Mittelalter nachgesagt werden.
Zuerst in russischer Sprache verfasst, werden die Protokolle vielfach als Fälschung betrachtet. Sie gehen aber auf fiktionale Texte im 19. Jahrhundert zurück, aus denen unbekannt gebliebene Verfasser abgeschrieben haben. Seit ihrer ersten Veröffentlichung im Jahr 1905 besteht die agitatorische Wirkung des Machwerks darin, die antisemitische Aggressivität in der Bevölkerung durch pseudofaktische Behauptungen über das Wesen des Judentums dokumentarisch zu unterfangen.
Die Protokolle der Weisen von Zion zu verbreiten ist in Deutschland wegen Volksverhetzung unter Strafe gestellt. Sie sind aber in einer von Jeffrey L. Sammons herausgegebenen und von ihm kommentierten Fassung zugänglich (Sammons 1998). Diese Fassung gibt vor, es handele sich um »Berichte« vom ersten Zionisten-Kongress 1897 in Basel (vgl. Sammons 1998, S. 27).
Der Text, gegliedert in 24 Sitzungsberichte, die die »Weisen von Zion« vorgeblich verfassten, ist argumentationslogisch unsinnig. Die Wirkung, die er entfaltet, kann nur von destruktiven Phantasien, gewalttätigen aggressiven Triebwünschen und unkontrollierbaren Affekten herrühren, die er in einer Gesellschaft anspricht, deren Angehörige Niederlagen, Unsicherheit, Not und Angst uneingestanden aushalten. Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg scheinen das Interesse an den Protokollen belebt zu haben, und während des Nationalsozialismus blieb dieses Interesse virulent. Nach der Niederschlagung des nationalsozialistischen Regimes traten die Protokolle nachvollziehbarerweise nur wenig hervor, wohl aber nach der Gründung des israelischen Staats in arabischen Ländern.
Der »Widerständigkeit gegen an