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Nachdem Sándor Ferenczi im Mai 1933 im Alter von knapp 60 Jahren an einer perniziösen Anämie gestorben war, veranstalteten die ungarischen Psychoanalytiker eine Trauersitzung für ihn. Imre Hermann leitete die Sitzung ein (Hermann 1934); dann wurde ein Text aus Ferenczis Nachlass vorgelesen, der den Titel trug: »Gedanken über das Trauma«. Dieser Text wurde im folgenden Jahr in der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse veröffentlicht (Ferenczi 1934) - gleich als erster Artikel des ersten Heftes, was unterstreicht, dass er für das Gedenken und die Würdigung des großen ungarischen Analytikers stand. Er wurde in keine der deutschsprachigen Ausgaben von Ferenczis Werken aufgenommen, obwohl er auf eindringliche und komprimierte Weise Ferenczis Gedanken über das Erleben, die Auswirkung und die Behandlung traumatischer Erfahrungen wiedergibt. Der Grund ist vermutlich, dass es sich nicht um einen autorisierten Originaltext Ferenczis handelt, sondern um eine Zusammenstellung aus verschiedenen Aufzeichnungen.
In seinem Nachruf auf Ferenczi hatte Sigmund Freud mit Bezug auf eine andere Arbeit geschrieben: »Man legt die kleine Schrift mit dem Urteil beiseite: das ist beinahe zuviel für einmal, ich werde sie nach einer Weile wieder lesen« (Freud 1933b, S. 269). So wird es vielen Lesern mit den »Gedanken über das Trauma« vermutlich auch gehen - was aber nicht gegen, sondern für diesen Text sprechen mag. Er ist ausgesprochen anregend, teilweise faszinierend zu lesen und enthält eine Fülle intuitiver Erkenntnisse, die aber nur ansatzweise theoretisch konzeptualisiert werden.
Ferenczi war der begabteste und wichtigste Mitarbeiter Freuds aus der ersten Generation seiner Schüler. Zudem war er liebenswert und menschenfreundlich und hatte eine charismatische Ausstrahlung. Er lernte Freud 1908 kennen. Von da an waren beide verbunden durch eine enge persönliche Freundschaft, einen intensiven fachlichen Austausch, den gemeinsamen Einsatz für die Politik der Psychoanalyse und