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Das vorliegende Heft dokumentiert eine Tagung, die von der Psyche zusammen mit dem Sigmund-Freud-Institut Frankfurt im Oktober 2019 veranstaltet wurde. Publiziert werden drei ausführliche Vorträge, gefolgt von drei kürzeren Debattenbeiträgen. Das Konzept der Tagung war, psychoanalytisch-therapeutische wie auch Aspekte der empirischen Sozialforschung miteinander ins Gespräch zu bringen.
Das Thema »Vertraulichkeit und Veröffentlichung« geht nicht nur all diejenigen an, die mit dem Veröffentlichen unmittelbar zu tun haben, sondern es betrifft die Grundlagen der Erkenntnisgewinnung und des fachlichen Austauschs auf den Gebieten der Psychoanalyse und der Sozialforschung, sofern es um »aufdeckende Verfahren« geht.
Fragen des veröffentlichenden Umgangs mit vertraulichen Inhalten sind heute brisanter denn je. Die digitalen Medien erhöhen die Bereitschaft, aber auch den sozialen Druck, der Welt Privates mitzuteilen; zugleich ist die Verbreitung solcher Mitteilungen kaum noch zu kontrollieren. Die zunehmende Sensibilität hierfür, die sich auch in strikteren juristischen Handhabungen äußert, lässt es immer schwieriger werden, klinische Berichte zu veröffentlichen.
Wie können wir unter diesen veränderten Bedingungen den fachlichen Austausch aufrechterhalten? Wie lässt sich das legitime öffentliche Interesse heute mit den Geboten der Vertraulichkeit, des Persönlichkeitsschutzes und des »nil nocere« vereinbaren? Wie lässt sich psychoanalytisch über die sich dabei auftuenden Dilemmata nachdenken? Und welche praktischen Schlussfolgerungen ergeben sich für Veröffentlichungen?
Das Thema wird weltweit diskutiert. Dabei setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass die alten, anscheinend bewährten Methoden von Anonymisierung und informierter Zustimmung (»informed consent«) zwar als Richtlinien gültig bleiben, aber keine einfachen Lösungen mehr bieten. Anlass genug, einerseits die Problematik neu zu durchdenken und möglichst gründlich zu verstehen, andererseits aber auch pragmatisch Mögl