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Der Beitrag fragt nach den historischen Bedingungen heutiger Einstellungen zum Bereich des Privaten, zeichnet insbesondere die Entstehung des europäischen autonomen Subjekts nach und formuliert die These, dass dessen gesellschaftliche Konstitution den Einzelnen mit einer unerfüllbaren Forderung nach Einheit und Allgemeinheit überfordert, wodurch er zu einem Wesen wird, das etwas zu verbergen hat. Deswegen muss ihm ein Raum des Geheimen zugebilligt werden, der jedoch unweigerlich zum Gegenstand der Erforschung wird. Die Psychoanalyse hat daran einen besonderen Anteil, weil sie durch die Grundregel das Verbergen aufhebt und damit die Konstitution des individuellen Subjekts, die sie doch zu fördern verspricht, zugleich untergräbt. Dies führt zu der paradoxen Erkenntnis, dass Psychoanalyse nur unter dem Schutz absoluter Vertraulichkeit möglich ist, strikt eingehaltene absolute Vertraulichkeit aber gleichzeitig die Psychoanalyse als Praxis unmöglich macht.