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Die Publikation sozialwissenschaftlicher Forschungsergebnisse ist mit verschiedenen theoretischen wie praktischen Herausforderungen und Dilemmata verbunden, die sich auch zwischen den Disziplinen unterscheiden können. So ist die Publikation zu einem Fall aus einer laufenden Analyse wohl mit anderen Schwierigkeiten verbunden als eine Veröffentlichung, die auf einem Forschungsinterview beruht, das einmalig stattgefunden hat. Verschiedene Aspekte von Vertraulichkeit und Veröffentlichung im Kontext von Forschungssituationen werden im Folgenden skizziert.
In den sozialwissenschaftlichen Disziplinen wie der Soziologie, Erziehungswissenschaft und Psychologie existieren Ethik-Kodizes, die als Richtlinien u.a. für das empirische Arbeiten dienen. Diese gleichen sich in der groben Struktur, so dass exemplarisch die derzeit aktuelle Fassung der Soziologinnen und Soziologen aus dem Jahr 2014 herangezogen wird (DGS & BDS 2014). In diesem Ethik-Kodex sind die Rechte der befragten Personen festgeschrieben, die die folgenden grundlegenden Aspekte umfassen: Die Freiwilligkeit der Teilnahme an sozialwissenschaftlicher Forschung ist sicherzustellen; damit verbunden ist eine umfassende Vorabinformation über das Forschungsthema, die Verwendung der Daten und mögliche Folgen einer Teilnahme (vgl. dazu den Beitrag von Heinz Weiß in diesem Band). Es besteht eine Verpflichtung zur vertraulichen Behandlung der erhobenen Daten, was auch eine sichere Datenspeicherung einschließt sowie die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und die Nichtschädigung der Probanden, etwa durch die Sicherung ihrer Anonymität.
Die Einhaltung des Ethik-Kodex ist vor allem in der Forschungspraxis mit verschieden Schwierigkeiten verbunden. Das erfordert, so ist auch in der Präambel des Ethik-Kodex zu lesen, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sensibel für ethische und moralische Aspekte ihrer Arbeit sind, und ihr eigenes Handeln fortlaufend reflektieren und kritisch prüfen.