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Am Anfang gab es sie, die psychoanalytischen Pädagogen: zuerst Hermine Hug-Hellmuth, natürlich Anna Freud und August Aichhorn, Siegfried Bernfeld, Erich H. Erikson, Peter Blos, Fritz Redl und Bruno Bettelheim, um nur die prominenten zu erwähnen. Sie nannten ihre Praxis nicht unbedingt Psychoanalyse, sondern z.B. Milieutherapie oder Live-Space-Interview - Anna Freud nannte ihre Tätigkeit Kinderanalyse. Natürlich hatten sie keine der heute üblichen Berufsbezeichnungen, zumeist aber ein pädagogisches Studium (z.B. am Lehrerseminar); Nelly Wolffheim etwa war Kindergärtnerin. Eine der Pflanzstätten dieser Karrieren in der Berliner Zeit war das Pestalozzi-Fröbel-Haus in Schöneberg. Die Schwestern Berta und Steff Bornstein (die es absolvierten) werden als sozialpädagogische Fachkräfte noch Vollmitglieder der DPG; später wird man Pädagogen das verweigern, so qualifiziert sie auch sein mögen.
Die frühe Psychoanalyse war neben dem Arzt- und dem Lehrerberuf wohl die erste akademische Berufstätigkeit, die Frauen sich erkämpften.
Psychoanalytische Inhalte wurden in der Pädagogik lebhaft rezipiert, die Comenius-Bücherei des Leipziger Lehrervereins (1846-1933) wurde erst von den zahlreichen psychoanalytischen Texten »gesäubert«, als zu DDR-Zeiten die Pädagogische Hochschule die Bestände übernahm. Debatten über Schülerselbstmord, Masturbation, sexuelle Aufklärung fanden in Pädagogenkreisen große Aufmerksamkeit. Publiziert wurde von 1926 bis 1938 in der Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik, bis zur Machtergreifung der Nazis 1933 von Leipzig aus und mit stark gesunkener Abonnentenzahl aus Wien bis zur endgültigen Schließung 1938. Psychoanalytische Pädagogik war den Nationalsozialisten noch verhasster als die »seelenzerfasernde Überschätzung des Trieblebens« an sich, sahen sie doch den »arischen Nachwuchs« in Gefahr. Aber auch die andere totalitäre Macht fürchtet die Psychoanalyse, nachdem die Mächtigen eine Zeit lang mit ihr kokettiert haben - angeblich ließ Stalin seinen jüngs