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Die Psychoanalyse begann damit, dass Freud seine Verliebtheit in seine Mutter und die Eifersucht auf seinen Vater entdeckte und reflektierte, wie die Fließ-Briefe zeigen. Doch trotz ihrer facettenreichen und fulminanten Bedeutung für die psychoanalytische Entwicklungstheorie trat die Eifersucht in den Hintergrund und wurde wenig untersucht. Wurde sie übertönt von Themen wie Mordwunsch und Kastrationsdrohung, Feindseligkeit und Hass, Rivalität und Neid? Wurde abstrahiert und die erlebte Emotion der Eifersucht im Verlauf der Theoriebildung in den Hintergrund gedrängt? Oder sprengte sie zu sehr die idealisierte Dyade des analytischen Paares? Wirkt als Hindernis, was Max Marcuse schon 1950 in seinem Artikel »Zur Psychologie der Eifersucht und der Psychopathologie ihres Fehlens« konstatierte:
»Das Wort »Eifersucht« entbehrt im deutschen Sprachgebrauch der wünschenswerten Präzision. Denn es dient zum Beispiel auch der Bezeichnung von psychologischen Beziehungen und Erlebnisweisen, die zutreffender als Situationen der Rivalität, des Machttriebes, des Revancheaffektes, vor allem des Neides zu bestimmen sein würden. In vielen anderen Sprachen ist es ähnlich« (S. 759).
Neben Marcuses Arbeit findet sich in der Psyche vom ersten Jahrgang 1947 bis heute nur ein einziger weiterer Artikel, der das Wort »Eifersucht« in seinem Titel trägt: Angelika Ebrecht-Laermann über »Pathologische Eifersucht« aus dem Jahr 2013. In der internationalen Psychoanalyse sieht es nicht wesentlich anders aus, wobei mit dem von O’Neil & Akhtar herausgegebenen Sammelband über Jealousy eine schöne Bestandsaufnahme vorliegt. Den aktuellen Stand der multidisziplinären Eifersuchtsforschung zeigt das Handbuch von Hart & Legerstee (2013).
Es scheint an der Zeit, einen Diskurs über diesen schwierigen und heftigen Gefühlszustand anzustoßen. Deshalb widmen wir dieses Doppelheft der Psyche der Eifersucht. Wir haben unseren Autorinnen und Autoren völlige Freiheit bei der Entfaltung ihrer Schwerpunkte gelassen, was zu