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Sigmund Freuds »Jenseits des Lustprinzips« und die darin entwickelte Todestriebhypothese werden seit 100 Jahren kontrovers diskutiert, wobei die »zaudernde« Rezeption den im Text beschriebenen und vorgeführten »Zauderrhythmus« des Freud’schen Denkens abbildet. Die vorliegende Arbeit nimmt ausgehend von einer Skizze der Freud’schen Kernannahmen zum Todestrieb eine werkgeschichtliche Einordnung vor und stellt dann die Rezeptionsgeschichte einschließlich der Vorschläge zur Modifikationen in verschiedenen psychoanalytischen Denklinien vor (Klein-Bion, Lacan und andere französische Autoren, Bedeutung der Aggression). Neuere Ansätze werden unter dem Blickwinkel dialektischen Denkens und des Einbezugs von Objektverlust betrachtet und Bezüge zur Sozialpsychologie und Kulturphilosophie dargestellt. Geendet wird in einer Diskussion der Konzeptualisierung »jenseits« des Lustprinzips, des Status des Todestriebs als Trieb sowie der Frage nach einem Triebmonismus.