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Sich als Psychotherapeut seiner eigenen Verletzlichkeit und Leidenserfahrungen bewusst zu sein, ist notwendig, um sensibel und einfühlend mit dem Leiden von Patienten umgehen zu können. Macht ein Therapeut selbst eine schwere Erkrankung durch, kann dies eine Quelle bereichernder Erfahrungen auch für die therapeutische Arbeit sein. Allerdings liegen bisher kaum Arbeiten vor, in denen Therapeuten eigene Leidenserfahrungen unter diesem Aspekt reflektieren. Die Autorin legt einige Beobachtungen zum Krankheits- und Behandlungsprozess ihrer eigenen Brustkrebserkrankung dar. Ausgewählte Momente der Beziehungen im beruflichen und im privaten Umfeld sowie im Selbsterleben werden auf ihre konflikthaften und deshalb produktiven und bereichernden Aspekte hin betrachtet. Der Beitrag schließt mit Überlegungen dazu, weshalb das Wissen um die eigene Verletzlichkeit in der Theorie wie in den Institutionen der Psychoanalyse bisher oft ausgeblendet und kaum als wertvolles Potenzial gewürdigt wird.