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Wulf Hübner legt in diesem Buch eine Zusammenschau seiner Arbeit an einem spezifisch intersubjektiven Verständnis von Psychoanalyse vor, in deren Zentrum er Jean Laplanches »allgemeine Verführungstheorie« mit dem »Vorrang des konkreten Anderen in der Bildung des menschlichen Wesens und seiner Sexualität« (S. 126) gestellt hat. Im Sinne dessen, was Ludwig Wittgenstein lapidar in seinen Philosophischen Untersuchungen (§ 5) konstatierte: »Das Lehren der Sprache ist hier kein Erklären, sondern ein Abrichten«, können sich Säuglinge dem »Interpretationsmonopol« der Erwachsenen nur anpassen (S. 129). Etwas leichter verdaulich hat Christopher Bollas dies in seinem Buch Der Schatten des Objekts im Konzept der Mutter als »Verwandlungsobjekt« gefasst. Für Hübner können auch »die Verwandlungserfahrungen des Säuglings durch die »mütterliche Ästhetik« nicht gewaltlos« (S. 254) sein. Die Mutter kann ja nicht anders, als mit den unzählig oft auf ihre besondere Weise wiederholten Interaktionen der Säuglingspflege Macht auszuüben. Sie »implantiert« (S. 130) für immer die intuitiven »Muster (des Kindes) für den Prozess der wechselseitigen Regulation« (S. 95), stattet die Bühne für die» Szenen der späteren Objektbeziehungen« (S. 93) aus. Die Körper-Sprache mit ihrer individuellen Struktur von Empfindungen, Gefühlen und Affekten (S. 81) wird später davon zeugen.