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Das vorliegende Buch ist in den USA besonders beachtet worden und empfiehlt sich durch die psychologisch-fachliche Kompetenz der beitragenden Autoren. Wie die »Diagnose« aus der Sicht von 27 Fachleuten gesehen bzw. spezifiziert und differenziert dargelegt wird, können wir nun in der deutschen Übersetzung lesen. Jeder Psychologe, der sich öffentlich äußert, steht vor folgender Aporie: 1. der Schweigepflicht und 2. der Redepflicht. Angesichts dieser Aporie hat er seinen Weg zu wählen und zu verantworten. Die Autoren wählen die Redepflicht und begründen das detailliert. Das mag ihnen besonders schwer gefallen sein angesichts der in den USA speziell betonten Verpflichtung zum Schweigen. Wie argumentieren sie?
Generell und sozusagen »oberhalb« psychologischer Aussagen fällt mir die Qualifizierung »gefährlich« ins Auge, im deutschen Titel als Frage nach dem Ausmaß der Gefährlichkeit Donald Trumps, im englischen Titel als Aussage: The Dangerous Case of Donald Trump. Beim Lesen der Beiträge klärt sich die Bedeutung, die dem Wort gegeben wird: Gefährlich ist es, wenn ein Mensch mit seiner Art und an dem Platz, an dem er steht, eine gewisse Grenze überschreitet: die Grenze der Berücksichtigung anderer Menschen, als Individuen und als Kollektiv. Vor allem aber auch, und das ist der zweite wesentliche Gewinn, insbesondere diskutiert in den Vor- und Nachworten: die Grenze der Rücksicht auf die menschlichen Lebensgrundlagen, ja im schlimmsten Fall auf das menschliche Leben auf diesem Planeten überhaupt. Ich nenne das, was nach dieser Grenze folgt, einmal nicht mit psychologischen oder politischen Kategorien - denn das tun die Autoren sehr detalliert -, sondern greife auf einen alten Begriff der europäischen Kultur und Denktradition zurück, den der Hybris. Übersetzt in die Fachsprache der psychologischen und psychiatrischen Diagnostik können wir hier auch leicht die dort verwendeten Begriffe zum Beispiel der fehlenden realistischen Selbstwahrnehmung, der Größen- und Allmachtsphanta