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Das erste Heft der Psyche erschien im Juli 1947. Für ein Jubiläum ist es daher noch zu früh; dieses wird im Sommer 2022 gebührend zu begehen sein. Das hier vorliegende Heft markiert jedoch schon einmal den Beginn des 75. Jahrgangs, die »magische Zahl« ist aufgerufen, und der Verlag nimmt dies zum Anlass, ein neues Layout einzuführen. Die Psyche präsentiert sich in neuem Gewand, und wir sind zuversichtlich, dass unsere Leser dies nicht nur erfrischend, sondern die Lektüre damit auch angenehmer und ansprechender finden.
Auch eine Zeitschrift ist ein lebendiger Organismus. Wenn die Psyche nun ein Alter erreicht, in dem es unwahrscheinlich ist, dass Leser der ersten Ausgabe heute noch leben, dann hat dies Auswirkungen darauf, wie ihre Geschichte wahrgenommen wird. Kaum jemand kann diese Geschichte noch aus eigenem Mitvollzug überblicken, ihre Kenntnis ist daher auf ihre Darstellungen angewiesen, und allmählich haben diese Darstellungen - viele von ihnen in den Editorials der Psyche zu finden - selbst schon ihre Geschichte. Die Psyche ist inzwischen älter als wir (fast) alle, jedenfalls wenn man unsere Lebenszeit von dem Alter an rechnet, in dem wir Psyche-Leser hätten werden können. Unwillkürlich mögen wir auf sie etwas von den Gefühlen projizieren, mit denen man einem alt gewordenen Menschen begegnet. Aber Zeitschriften sind keine Menschen. Was wissen wir von ihren Lebensbedingungen? Wovon lebt die Psyche?
Zeitschriften werden von Menschen gemacht und von Menschen gelesen. Wenn sie Menschen überleben, muss es gelungen sein, die Verantwortung für sie weiterzureichen, so dass sie dabei keinen Schaden nehmen und aktuell und veränderungsfähig bleiben. Der Stabwechsel der Verantwortung für die Psyche hat nicht immer bruchlos, aber doch immer so funktioniert, dass sie kontinuierlich weiter erscheinen konnte. Sie hat sich zu verändern und ihre inneren Strukturen den sich ändernden Gegebenheiten anzupassen gewusst. Das ist das eine. Ein Zweites ist: Um leben zu können, bedarf ei