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Das Buch ist in einer Serie von psychosozialen Studien erschienen, die sich mit den verschlungenen, sich wechselseitig konstituierenden Wegen von psychischen und sozialen Prozessen befassen. Eröffnet wird ein Dialog zwischen Psychoanalyse und Geschichtswissenschaft mit dem Ziel, die Psychoanalyse nicht auf die Arbeit hinter der Couch zu beschränken, sondern sie auch auf die soziale Welt auszudehnen.
Psychoanalyse und Geschichtswissenschaft werden dabei als zwei autonome Gebiete betrachtet, die aber im selben Boden wurzeln und einige wesentliche Gemeinsamkeiten haben: Beide bemühen sich um ein Verstehen, das erst nachträglich möglich und wirksam wird durch die Erinnerung. Der Autor definiert sie als Ergebnis eines beweglichen Kompromisses zwischen bewussten und unbewussten Vorgängen, die davon abhängen, was von der Vergangenheit in der Gegenwart ertragen werden kann. Darauf nimmt die soziale und kulturelle Umgebung starken Einfluss. Die Erinnerung wird in Gruppen von Individuen durch Illusionen modifiziert und mit Erfahrungen von Realität verknüpft, sodass sich auf der Basis von Meinungen Gruppen bilden. Dadurch kann das Erinnern eine Art Wiederherstellung werden, getragen vom Wunsch, etwas zu verbessern: »a form of reparation - […] an important dimension of the wish to make better« (S. 5). Bereits der Buchtitel enthält diesen für die kleinianische Theorie besonders wichtigen Begriff der »reparation«, der Wiederherstellung und Wiedergutmachung. Figlios Freund und
Kollege Hinshelwood bezeichnet sie als stärkstes Element eines konstruktiven und kreativen Dranges (Hinshelwood 1993, S. 705ff.).
Historische Erinnerung wird ständig verändert und »verbessert«. Das kann zu einer benignen Identifizierung des Ichs mit dem Objekt führen oder aber zu einer malignen Form, die auf die Kontrolle des Objekts zielt. Figlio geht auch den differenzierten Bedeutungen deutscher Wörter nach: Erinnern stellt selbst als ein Nach-innen-Bringen eine Wiedergutmachung dar, ähnlich wie Wiederhe