You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die wachsende Anzahl von Publikationen über kinospezifische Themen dokumentiert das nachhaltige Interesse von Analytikern und Therapeuten am populären Film. Hier ist auch Andreas Hamburger einzuordnen, der als Psycho- und Lehranalytiker tätig ist, als Professor für Klinische Psychologie an der Berliner IPU lehrt und darüber hinaus durch zahlreiche Aufsätze über das Kino in Erscheinung getreten ist. In seiner Monografie hat der Autor nun die Vielzahl methodisch differierender psychoanalytischer Zugänge zum Film sondiert. Am Ende des 400-seitigen Bandes, der ein Personen- und Sachregister enthält, stellt er seine eigene Methode auf den Prüfstand. Seine exemplarisch vorgeführte Filmdeutung wird eingerückt in eine multiperspektivische Betrachtung, die ein in seiner Komplexität kaum referierbares Bündel von Problemstellungen umfasst. Welche Methode ist aus welchem Grund angemessen, um einen Film zu deuten? Diese Problematik gliedert sich in mehrere Unteraspekte. So gibt der Autor nicht nur eine Standortbestimmung, was er unter Psychoanalyse versteht. Er diskutiert zudem die bekanntesten Film- und Medienwirkungstheorien vor dem Hintergrund psychoanalytischer Fragestellungen: Ist der Film ein Traum? Und wenn nicht, warum? Kann man fiktive Leinwandfiguren wie lebende Patienten behandeln? Und wenn nein, warum? Der Autor streift noch die unterschiedlichen filmischen Erzählstrategien sowie Literaturtheorien und kreuzt seine Klinge mit Slavoj Žižek, einem der populärsten Vertreter der psychoanalytischen Filmdeutung. Großen Wert legt der Autor auf die Rolle des Zuschauers. Welchen Einfluss hat das kollektive Erleben im Kinosaal auf die Filmrezeption des einzelnen Betrachters? Zwischengeschaltete Nacherzählungen von bekannten
und weniger bekannten Filmen, die zuweilen etwas inhaltslastig sind, erläutern die jeweiligen Theorieblöcke.
Die favorisierte Deutungsarbeit konzentriert sich auf zwei Grundlinien: das Konzept der Gegenübertragung (S. 84) und den durch die Filmbetrachtung