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Religion und Psychoanalyse befassen sich in je spezifischer, aber vergleichbarer Weise mit Unverfügbarem, für das in der Religion die Transzendenz, in der Psychoanalyse die unbewusste Erfahrung steht. Ein Vergleich der Zugangsweisen setzt eine wechselseitige wissenschaftliche Achtung voraus; nur ein interdisziplinäres Gespräch auf Augenhöhe kann fruchtbar werden. In der vorliegenden Arbeit wird die These vertreten, dass es eine gemeinsame Aufgabe von Religion und Psychoanalyse sein kann, die Sensibilität für Unverfügbarkeiten zu bewahren und zu bedenken. Dann wird Zukunft als Chance des Neuen möglich, während ein vorschnelles Verfügbarmachenwollen des Unverfügbaren den Zukunftsbezug einengt und zum Autoritarismus tendiert.