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»Im schlechten Allgemeinen können die Verhältnisse von Mensch zu Mensch nicht einfach gut sein […]. Das Verhältnis zum Menschen scheint als eines der Unmittelbarkeit dem Diktat des Tausches entzogen zu sein. Aber dieser Schein ist es gerade, der der Liebe den allgemeinen Stempel aufdrückt, sie zu einer gesellschaftlichen Form macht« (S. 16, 17f.). Wer solche Sätze nicht gleich versteht, sollte nicht verzweifeln. Zum einen lohnt es sich, nach einer kleinen Pause zwei- oder dreimal darüber nachzudenken. Zum anderen hilft in jedem Falle der literarische Kontext. Zum Dritten schließlich finden sich in diesem Gesamtkunstwerk auch kurze Sätze, die sich leicht ins Gehirn flechten und für die langen, dichten Sätze entschädigen: »Nichts ist reiner und harmloser als die Erotik des Leibes und des Herzens« (S. 227). - »Neosexuell Aktive leben ganz selbstverständlich in Digitalia« (S. 202). - »Auf den Friedhöfen des Geistes liegen das Gute, das Schöne, die Liebe, die Solidarität und das Wahre begraben« (S. 279).
Das Buch bietet eine Auswahl von Essays und Fachartikeln aus Siguschs umfangreichem Schaffen. Darunter sind auch frühe Texte des Sexualmediziners, die weit über Siguschs Fachgebiet hinaus Beachtung gefunden haben. Sie geben sichere Auskunft darüber, was Sigusch unter kritischer Sexualwissenschaft versteht, nicht nur in seinem berühmten Artikel »Was heißt kritische Sexualwissenschaft?«, mit dem er 1988 die
Zeitschrift für Sexualforschung eröffnete und der sich nun auch in diesem Buch wiederfindet (S. 69-102).
Seinen großen Büchern Neosexualitäten , Geschichte der Sexualwissenschaft , Personenlexikon der Sexualforschung (zusammen mit ), Sexualitäten hat Volkmar Sigusch ein Fazit hinzufügt, und das ist für die Ewigkeit. Es ist völlig unmöglich, in einer kleinen Rezension dem Buch als Ganzem und allen 17 Beiträgen gerecht zu werden. Das bleibt künftigen Dissertationen, Habilitationen, Fachbüchern vorbehalten. Wenige Bemerkungen müssen genügen:
Volkmar Sigusch stellt Sexual