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Das Verhältnis der Kritischen Theorie zur Psychoanalyse war in der Vergangenheit Gegenstand einer besonders im deutschsprachigen Raum leidenschaftlich geführten Kontroverse. Liegt deren Höhepunkt inzwischen Jahrzehnte zurück und konnte man glauben, zu diesem Problem wäre alles gesagt, wurden 2018 gleich drei Monographien veröffentlicht, in denen das Verhältnis aus unterschiedlichen Blickwinkeln untersucht wird. In der vorliegenden Arbeit beleuchtet Michael Wolf die Anwendung der Psychoanalyse als Methode der Sozialforschung in den empirischen Studien der Kritischen Theorie. Anders als Wolfgang Bock, der in Dialektische Psychologie ebenfalls die Psychoanalyse als Forschungsinstrument in den Blick nimmt, beschränkt sich Wolf nicht auf die sogenannte erste Generation der Kritischen Theorie, sondern er bezieht wie Frank Schumann in Leiden und Gesellschaft auch Jürgen Habermas und Axel Honneth ein. Von Schumanns Arbeit unterscheidet sich die Wolfs durch eine stärkere Konzentration auf die empirische Forschung. Sie ist in drei Teile gegliedert. Der erste enthält eine chronologische Analyse der Bedeutung der Psychoanalyse für die Forschungsprojekte des Instituts für Sozialforschung. Über diese Rekonstruktion hinausgehend stellt Wolf im zweiten Teil einen Entwurf für die Integration von Kritischer Theorie und Psychoanalyse vor. Im dritten Teil rekapituliert er knapp eine Anzahl von Heuristiken und Methoden der psychoanalytischen Sozialforschung. Dieser Teil ist für die Forschungspraxis hilfreich, weil Wolf auch weniger bekannte Konzepte berücksichtigt.
In seiner Darstellung der einschlägigen Studien der älteren Kritischen Theorie möchte Wolf im ersten Teil zeigen, dass die Psychoanalyse von Horkheimers Übernahme der Leitung des Instituts für Sozialforschung
bis in die 1960er Jahre hinein einen wichtigen methodischen Bezugspunkt für die Forschungsprojekte des Instituts gebildet hat (vgl. S. 28f.). Ausführlicher diskutiert Wolf den auf Habermas zurückgehenden kommunikations