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Rolf-Peter Warsitz war seit 2003 Mitherausgeber der Psyche, seit 2017 - mit der veränderten Struktur des Herausgebergremiums - einer der Herausgeber, insgesamt also bei weitem der »Dienstälteste«, der Erfahrenste unter uns. So wiegt es für uns schwer, dass er sich nun aus Altersgründen zurückzieht.
Warsitz, den eine humanistische Gymnasialbildung nachhaltig geprägt hat, studierte Medizin und Philosophie und promovierte in beiden Fächern. Er wurde Psychiater und Psychoanalytiker sowie Lehranalytiker der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung. Neben seiner seit 1992 geführten ärztlichen Praxis war er, auch als Philosoph, stets in der Hochschullehre tätig und wirkte bei verschiedenen Forschungsprojekten mit. Zuletzt war er Professor für Soziale Therapie an der Universität Kassel mit einer venia legendi auch für philosophische Anthropologie und Ethik und psychoanalytische Therapie. Seit 2013 ist er stellvertretender Vorsitzender, seit 2017 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der International Psychoanalytic University (IPU) in Berlin.
Weit ausgespannt zwischen Philosophie, Psychiatrie und Psychoanalyse, zwischen Theorie und klinischer Praxis, deren Zusammenhang er immer - oft auf originelle Weise - zu wahren versteht, ist das thematische Feld seiner zahlreichen Publikationen; auch für die Psyche hat Warsitz immer wieder geschrieben. Philosophisch ist er ein Schüler von Ulrich Sonnemann, dem Autor der Negativen Anthropologie, und so ziehen sich Figuren des Negativen (negative Phänomenologie, negative Hermeneutik, Negativität der Zeit, »negative Triebkraft des Daseins«, Unverfügbarkeit) als Leitmotiv durch sein Denken, das auch dann, wenn es sich an grundlegende Kategorien wie Raum und Zeit wagt, den Horizont psychoanalytischer Erfahrung und Erkenntnisgewinnung nie aus den Augen verliert. Zu den Autoren, mit denen sich Warsitz publizierend auseinandergesetzt hat, gehören neben Hölderlin, Nietzsche, Jaspers und Goldstein auch Lacan, Ricœur, Lévinas und Kristeva. Im